Wir über uns
Die arge-Schubhaft wurde 1997 als Verein für psychosoziale Betreuung und rechtliche Beratung von Schubhäftlingen gegründet.
Von 1998 bis 2005 leistete der Verein aufgrund eines Vertrages mit dem Innenministerium Hilfe und Unterstützung für die Menschen, die in Innsbruck in Schubhaft genommen wurden.
Mitte Dezember 2005 teilte das Ministerium dem Verein mit, den Vertrag nicht verlängern zu wollen. Seither ist es der arge-Schubhaft nicht mehr möglich, ihren ursprünglichen Vereinszweck wahrzunehmen.
Die Entscheidung des Innenministeriums gegen die arge-Schubhaft reihte sich in eine Folge von ähnlichen Ausschließungen kritischer Nichtregierungsorganisationen aus der Schubhaftbetreuung ein.
Dank der großen Solidarität vieler UnterstützerInnen ist es gelungen, den Verein, das Büro und die Infrastruktur zu erhalten.
Heute betreibt die arge-Schubhaft das Projekt FLUCHTpunkt - Hilfe - Beratung - Intervention für Flüchtlinge.
Chronologie
1996
* Studierende der Akademie für Sozialarbeit entwerfen ein Konzept für einen Schubhaftsozialdienst in Tirol.
* Es beginnen die ersten ehrenamtlichen Betreuungsbesuche in Schubhaft.
1997
* Gründung der arge Schubhaft – Verein zur psycho-sozialen Betreuung und rechtlichen Beratung von Schubhäftlingen in Tirol (damalige Mitgliedsorganisationen: Akademie für Sozialarbeit, Altkatholische und Evangelische Gefangenenseelsorge, AusländerInnenberatung Tirol, Caritas, Flüchtlingsgruppe ai-Tirol, Initiative Minderheiten, Islamische Glaubensgemeinschaft, UNHCR-Caritas-Rechtsberaterprojekt, Evangelisches Hilfswerk)
1998
* Abschluss des ersten Fördervertrags zwischen der Arge Schubhaft und dem Bundesministerium für Inneres. Eine erste Rechtsgrundlage und eine bescheidene Fördergarantie (eine Personaleinheit) waren geschaffen, der Rechtsvertretungsaspekt allerdings bereits eingeschränkt.
* Einrichtung einer mehrsprachigen Leihbibliothek und Ludothek in Schubhaft (in Zusammenarbeit mit: Initiative Minderheiten Tirol)
1999
* Konstituierung des neuen Vorstands (von denen einige Mitglieder bis heute tätig sind)
* Übersiedlung ins Büro von TIME in der Angerzellgasse 4
* Öffentlichkeitskampagne: Forderung der Enthaftung aller Flüchtlinge aus dem Kosovo – Innenminister Schlögl gibt nach
* Formierung der Bildungsgruppe der Arge Schubhaft, die auf unterschiedlichem Weg das Thema Schubhaft in die Öffentlichkeit trägt
2000
* Das Projekt „Fluchtwegbeschreibung“ an Schulen beginnt (Flüchtlinge erzählen SchülerInnen ihre Fluchtgeschichte und ihr Ankommen in Tirol)
* Umzug in das neue Büro, Jahnstraße 37
* Die Arge beteiligt sich an der „Plattform gegen Rassismus“ (Straßenparty gegen den sog. Freiheitskommers, Aktion „Reclaim the Streets“ und österreichweite Demonstration „Einig gegen Rechts“)
* Die erste der alternativen Stadtführungen wird durchgeführt (Flüchtlinge und MitarbeiterInnen der Arge führen zu den markantesten geographischen Punkten eines Fluchtwegs in Innsbruck (Bahnhof, Schubhaftgefängnis, Bundesasylamt etc.)
2001
* Entwicklung und Durchführung des Kunstprojektes Schubhaft von Franz Wassermann (ein zum Kirchenasyl geweihtes Wohnmobil, Plakate im öffentlichen Raum, Zeltinstallationen mit Fluchtstücken aus Ghettoplastern an verschiedenen Orten)
* Das Straßenfenster des Arge-Büros erhält eine künstlerisch politische Gestaltung (Gudrun Pechtl)
2002
* Das Buch: Ralser, Michaela (Hg.in) „Kein Land zum Bleiben. Auf der Flucht durch und nach Österreich“, Studienverlag Innsbruck 2002, erscheint. Es war im Rahmen des Projekts „Fluchtgeschichten“ am Institut für Erziehungswissenschaften entstanden. Studierende und MitarbeiterInnen von NGOs erzählen anhand von biographisch-narrativen Interviews 17 Flüchtlingsportraits aus 11 Nationen.
* arge Schubhaft Solidaritätsfest im Z6 mit mehr als 300 GästInnen
* Der Kunstkatalog: Franz Wassermann, SCHUBHAFT, Eigenverlag, 2002 erscheint
* Aktionswoche Herbergssuche für Flüchtlinge in der Innsbrucker Jesuitenkirche: Aufgrund der sich immer prekärer gestaltenden Situation von obdachlosen Flüchtlingen in Tirol, bildete sich ein Aktionsbündnis aus mehreren Vereinen (arge Schubhaft, DOWAS, Helping-Hands und Pax Christi Tirol um Pater König) mit dem Ziel, das Problem öffentlich zu machen und erste Abhilfe zu schaffen: In der Jesuitenkirche wurde für eine Woche lang eine Notschlafstelle eingerichtet.
2003
* Erhalt des Preises für Integration und Zivilcourage für die Aktionswoche Herbergssuche, das Kunstprojekt Schubhaft und das Buch “Kein Land zum Bleiben“.
* Kampagne Existenzsicherung für Flüchtlinge in Tirol. Die Initiative wurde von zahlreichen sozialen und gesellschaftlichen Organisationen, Kirchenvertretern und prominenten Einzelpersonen aus Wissenschaft und Kunst unterstützt.
* Aktion und Pressekonferenz zum Weltflüchtlingstag „Obdachlosigkeit von Flüchtlingen in Tirol“ am Franziskanerplatz.
* Erneut das Thema „Flucht“ in Schulklassen (Rahmenprogramm zur Fotoausstellung Exodus – Menschen auf der Flucht von Sebastião Salgado im Haus der Begegnung
* Solidaritäts-Fest und Benefizkonzert der arge Schubhaft „Grenzenlos feiern“ im SINNE
* Die alternativen Stadtführungen werden fortgesetzt
2004
* Aktion „Nicht nur zur Weihnachtszeit!“ – „Existenzsicherung für Flüchtlinge - jetzt“ im Rahmen des Integrationsballs (gem. mit Integrationshaus, DOWAS, Teestube, Helping-Hands-Tirol, u.a.)
* Neuerliche Übersiedlung in ein anderes Büro, Jahnstrasse, 17 (bis heute Projektsitz)
* Zwei Flohmärkte mit Infoständen
* Aktion zum Weltflüchtlingstag: Solidarität mit Menschen in Not – Menschenrechte sind unteilbar!
* Benefizfest der arge Schubhaft „Kein Mensch ist illegal. Grenzenlos Feiern!“ im HO&Ruck
* Organisation eigener Stadtführungen für Schulklassen
* Erstes Frauenflüchtlingsfest (gem. mit der Caritas-Flüchtlingsstelle und dem Projekt: „Frauen aus allen Ländern“)
2005
* Beteiligung am Unterrichtsprojekt „Flucht“ der HTL-Innsbruck mit einem Vortrag und Workshop „Menschen auf der Flucht“
* Mitbegründung der Plattform Anderes Tirol (ein Forum, das Gegenöffentlichkeit für die Rechte und Interessen von MigrantInnen herstellen und entsprechende Projekte ermöglichen möchte)
* Organisation des Vortrags: Leben in der Illegalität von Philipp Anderson (München) im Haus der Begegnung
* Weltflüchtlingstag 2005 (gem. mit der Plattform „Anderes Tirol“): Aktionstag und interkulturelles Fußballturnier (mit Beteiligung zweier Flüchtlingsmannschaften) unter dem Motto „Kick it for Respect“
* Ausstellung im Rahmen der „Kick Poverty“ Fußball-Aktion im Tivoli-Stadion
* Organisation zweier Frauenflüchtlingsfeste in den Räumen von „Frauen aus allen Ländern“ (Ankyra, Arge, Caritas)
* weiter: Stadtführungen für Schulklassen und Gruppe
- Dezember: Ausschluss des Vereins aus der Schubhaftbetreuung durch Nichtverlängerung des Betreuungsvertrages seitens des Innenministeriums; große, zuletzt aber leider erfolglose Solidaritätsaktion für den Verbleib der Betreuungsagenden bei der arge-Schubhaft
2006
* Sicherung der Existenz des Vereins über Solidaritätsaktien
* Veröffentlichung des Buchs „Schubhaft - Haft ohne Delikt. Acht Jahre arge-Schubhaft“ im Selbstverlag
* Aufbau und Eröffnung des Projekts FLUCHTpunkt - Hilfe - Beratung - Intervention für Flüchtlinge
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